02.03.09 17:27 |

"Public Eye Swiss Award" für BKW

 

BKW erhält einen Schmähpreis für das unverantwortlichste Unternehmen der Schweiz.

"Saubere" Stromproduktion in der Schweiz, aber ein Kohlekraftwerk in Deutschland!

So lautet in etwa die energiepolitische Doppelmoral des Berner Stromproduzenten BKW.Für diese Scheinheiligkeit gab es nun eine Schelte von Seite der Bürgerinnen und Bürger, die sich nicht mehr länger an der Nase herumführen lasse wollen. Seit dem Jahr 2000 verteilt die unabhängige politische Organisation Erklärung von Bern (EvB) den "Public Eye Swiss Award" für die übelste Firma der Schweiz. Der Gewinner für diesen Schmähpreis wird mittels öffentlicher Internetabstimmung ausgewählt.

Dass die BKW - einer der drei grossen Stromproduzenten der Schweiz, neben AXPO und ATEL - in der Schweiz ein nachhaltiges Image pflegt, aber die Gesetze unseres nördlichen Nachbarns ausnutzt, um ein Kohlekraftwerk in Dörpen (Norddeutschland) zu planen, begesitert wohl eine kritische Menge von Bürgerinnen und Bürgern in der Schweiz nicht. Dies zurecht! Das geplante Kohlekraftwerk würde jährlich 4.6 Tonnen CO2 produzieren und die Luft mit gesundheitsschädlichen Russpartikeln belasten.

Eine solch zwispältige Unternehmenspolitik verdient ordentlichen Tadel!

Zumal muss man bedenken, dass es sich um ein Unternehmen handelt, dessen Aktien zum grössten Teil in den Händen des Kantons, respektive der Öffentlichkeit sind. Die Auszeichnung erfreut uns, von der Gruppe NWA-Bern, natürlich ausserordentlich. Wie oft hören wir in der AKW-Debatte das Argument, dass es ohne den "sauberen" AKW-Strom nicht geht, da wir in Zukunft sonst auf den schmutzigen Strom von ausländischen Kohlekraftwerken angewiesen sind. Damit ist wohl bewiesen, dass sich dieses Argument erübrigt, und was lernen wir daraus?

BKW & Co. sind profitorientierte Unternehmen, die ihre Aktivitäten längst auf das Ausland ausgeweitet haben und sich beim Thema "erneuerbare Energie" lediglich auf Image-Projekte konzentrieren. Das saubere Image lässt sich aber den Stromkonsumentinnen und -konsumenten nur solange verkaufen, wie die auf die Schweiz limitierte Perspektive der Energiepolitik aufrecht erhalten werden kann. Die Konsequenzen der Energiepolitik sind aber in Wirklichkeit viel weit reichender.

Die Konsequenzen sind global! Darum braucht unsere Energiepolitik einen Perspektivenwechsel! Eine neue Perspektive soll längerfristig und global sein.

 

PS: Am Freitag, den 27. Februar startete eine ca. 30-Köpfige Gruppe mit Vertretern aus Politik, Kultur und verschiedenen Umweltorganisationen einen Versuch, beim Hauptsitz der BKW in Bern, den Preis an die Geschäftsleitung zu übergeben. Die Gruppe, welche von Rapper Greis angeführt wurde und von einigen Medienleuten begleitet wurde, trat dort mit BKW-Pressesprecher Sebastian Vogler in den Dialog. Da die Geschäftsleitung angeblich nicht anwesend war, wurde die Preisübergabe verlegt. Greis versicherte jedoch, dass wir wieder kommen werden - und zwar zahlreicher! 

PPS: Du hast es gehört, verpasse den nächsten Termin nicht und sei dabei!!

Medienberichte und weitere Informationen :

Bericht TeleBärn (mit Videobericht)

Bericht Berner Zeitung online (mit Video zur Übergabe) 

Public Eye Award

Erklärung von Bern

 

Kommentare

Keine Einträge

Keine Einträge im Gästebuch gefunden.

Kommentar hinzufügen