Rund fünfzig Gegnerinnen und Gegner des geplanten Kernkraftwerks Gösgen 2 kamen am 25. Juni in Olten zur Gründung der Regionalgruppe NWA-Solothurn zusammen. Der Verein verfolgt das Ziel, sich für erneuerbare Energie und Energieeffizienz einzusetzen und damit den Bau von Atomkraftwerken zu verhindern.
Mit den Rahmenbewilligungsgesuchen für drei neue Atomkraftwerke ist der Ausbau der Atomenergie von der Atomlobby in der Schweiz neu lanciert worden. Als Standort des Atomkraftwerks Gösgen und des geplanten Atomkraftwerks Gösgen 2 ist der Kanton Solothurn unmittelbar betroffen. Die NWA-Solothurn ist eine Regionalgruppe der NWA-Schweiz, welche sich schon in den 1970er Jahren in der Nordwestschweiz erfolgreich gegen das Atomkraftwerk Kaiseraugst gewehrt hat. Die NWA-Solothurn wird als überparteilicher Verein vielseitige Aktivitäten verfolgen:
- Sie wird sich für erneuerbare Energie und Energieeffizienz einsetzen und damit gegen den Bau neuer Atomkraftwerke sowie den Weiterbetrieb der bestehenden AKW stark machen.
- Sie wird aktiv am Gesetzgebungs- und Planungsverfahren teilnehmen und so alle rechtlichen und politischen Möglichkeiten für eine Energiezukunft ohne Atomkraftwerke ausschöpfen.
- Sie wird sich durch Information und Aufklärung der Bevölkerung sowie der Behörden aktiv am Meinungsbildungsprozess beteiligen.
An der Gründungsversammlung wies Energiefachfrau Sabine von Stockar (SES) darauf hin, dass es sich bei den drei geplanten Atomkraftwerken mit einer Leistung von 4.8 GW nicht um einen Ersatz der drei ältesten AKWs (Leistung insgesamt 1 GW) handle, wie von der Stromwirtschaft stets behauptet wird, sondern um einen massiven Ausbau. AKW-Betreiber würden diesen fordern, obwohl gemäss dem Energieszenarium IV des Bundes der Strombedarf der Schweiz ganz aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden könnte, falls gleichzeitig Massnahmen zur Effizienzsteigerung ergriffen würden.
Nationalrat Ruedi Rechsteiner zitierte sodann in seinem Referat Atel-CEO Giovanni Leonardis Aussage, dass erneuerbare Energien etwas für die Stellen hinter dem Komma seien. Herr Leonardi rechne falsch: In Wirklichkeit seien in Europa im Jahre 2008 Windkraftwerke mit einer Leistung von 8 GW, dem 8-fachen vom AKW Gösgen, und Solarzellen mit einer Leistung von 4 GW installiert worden, während es neue Atomkraftwerke bloss auf 0.3 GW gebracht hätten. Damit seien die erneuerbaren Energien nicht etwas für die Zukunft, sondern etwas für die Gegenwart, und dies auch in der Schweiz.
Der Vorstand von NWA-Solothurn besteht aus Roberto Aletti, Beat Hodel, Jacques Laville (alle Niedergösgen), Käthi Walde Hunkeler (Schönenwerd), sowie Philipp Hadorn (Gerlafingen) und Andreas Knobel (Däniken), welche den Verein im Co-Präsidium führen werden.